Vokabeln lernen – super einfach mit diesen Methoden

Hier zeige ich dir ein paar super einfache Methoden zum Vokabeln lernen  – Methoden, die dich nicht viel Energie oder Disziplin kosten. Du hast Spaß beim Lernen und erinnerst dich garantiert an jedes Wort.

Hör auf mit dem stumpfen Auswendiglernen von Vokabellisten und fange an deine Kreativität zu nutzen. Du wirst ganz neue Erfahrungen sammeln und feststellen, wie gut du dir Dinge eigentlich merken kannst.

Das herkömmliche Auswendiglernen

Als ich früher für Vokabeltests lernen musste, tat ich es wie die meisten Leute. Ich nahm einen Abend vorher die Liste zur Hand und sah mir die Vokabeln an. Ich las sie mir innerlich vor und sah mir die Übersetzung an. Das wiederholte ich einige Male, bis ich mir das gröbste gerade so merken konnte. Dann ging ich ins Bett, denn es war schon zu spät, um produktiv zu sein :D.

Am nächsten Tag wusste ich gerade noch so viel, um eine befriedigende Note zu schreiben (ich hatte da irgendwie immer Glück). Am Tage darauf hatte ich schon wieder alles vergessen. Wie es mir dann in der Prüfung erging, kannst du dir vorstellen.

Ich sah das Wort und wusste sogar noch, wo es in der Liste stand. Allerdings brachte mir das herzlich wenig, da ich keinen blassen Schimmer hatte, was es bedeutete.

Und genau dort liegt das Problem bei dieser „Technik“. Man vergisst sehr schnell und hat keinen Anhaltspunkt mehr, der einem noch weiterhilft, um welche Vokabel es sich handelt.

Die 3 Wege eine Vokabel zu verinnerlichen

In meinem Auslandsjahr habe ich diese 3 Punkte immer wieder bewusst oder unbewusst angewendet, um meinen Wortschatz zu erweitern. An einige Vokabeln werde ich mich immer zurückerinnern, weil sie sich fest in meinem Kopf eingebrannt haben.

Und zwar habe ich für mich festgestellt, dass ich mir eine Vokabel am Besten merke, wenn ich einen der folgenden 3 Punkte mit dieser verbinde:

  • emotionale Bindung
  • assoziiertes Bild
  • sehr häufige Wiederholung/ Nutzung

1. emotionale Bindung

Wenn du eine emotionale Bindung an ein Wort aufgebaut hast, wirst du es so schnell nicht mehr vergessen. Ich erinnere mich dann immer an die Situation, in der ich die jeweilige Vokabel gelernt habe. Ich weiß noch wer dabei war, wo es war und wie ich mich dabei fühlte.

Beispiel: Eines Tages saß ich mit meinem französischen Mitbewohner im Auto. Wir fuhren über eine Landstraße und ich sah ein Achtung-Wildwechsel-Schild (oder so ähnlich). Daraufhin unterhielten wir uns über Gefahren durch Tiere auf der Fahrbahn und ich lernte, dass Wildschwein auf französisch „le sanglier“ und der Hirsch „le cerf“ heißt. Vorher kannte ich diese Wörter nicht, doch wenn ich sie jetzt höre oder verwende denke ich automatisch immer wieder an dieses Ereignis zurück. Ich kann gar nicht anders. Es passiert einfach.

Diese Form des Einprägens ist sehr stark, wenn nicht sogar die stärkste, denn man behält die Information am längsten. Allerdings ist es schwierig eine emotionale Bindung künstlich herbeizuführen, wenn man gerade zu hause sitzt.

2. assoziiertes Bild

Was meine ich damit ? Ich meine damit Wörter, bei denen einem automatisch ein Bild in den Kopf schießt. Und zwar immer das gleiche.

Wir Menschen denken nun mal in Bildern; egal ob wir nun eher der auditive Lerntyp sind oder Ähnliches. Wir denken trotzdem in Bildern. Wenn ich dir sage: „Denke jetzt nicht an eine lila Giraffe.“ Wirst du es trotzdem tun, weil du nicht anders kannst.

Dieses Phänomen können wir uns aber zu Nutzen machen und ein Wort, wenn wir es lernen direkt an ein Bild zu knüpfen. Mehr dazu zeig ich dir weiter unten in den einzelnen Methoden.

Wenn man so will, hat man zu jeder Vokabel, an die man emotional gebunden ist auch ein Bild, jedoch kann man sich auch künstlich Bilder zu neuen Vokabeln einprägen.

3. sehr häufige Wiederholung/ Nutzung

Dieser Punkt ist leicht zu verstehen. Je häufiger man ein Wort gebraucht, desto schneller lernt man dieses und desto länger wird man es auch behalten.

Dennoch gibt es einen Unterschied zwischen kurzer Häufiger Wiederholung und regelmäßiger Wiederholung. Du kannst dir eine Vokabel heute 20x angucken. Du kannst sie aber auch an 20 Tagen jeden Tag nur ein mal wiederholen. Im letzteren Fall wirst du die Vokabel wesentlich länger behalten.

Da ich in Frankreich regelmäßig Fußball gespielt habe, habe ich einen gut ausgebildeten Wortschatz zu diesem Thema.

Zusammenfassend stellen wir also fest, dass wir am besten die Vokabeln behalten, zu denen wir entweder eine emotionale Bindung haben, mit denen wir ein bestimmtes Bild verknüpfen oder die wir regelmäßig benutzen.

Versuchen wir nun, diese Erkenntnisse in praktische Methoden umzuwandeln.

Die Klebezettel-Methode

Ich habe gehört, dass die syrischen Flüchtlinge diese Technik anwenden, um Deutsch zu lernen. Sie ist so einfach wie genial. Es erfordert zwar ein wenig Vorbereitung aber funktioniert später automatisch und unterbewusst. Eine wirklich clevere Methode zum Vokabeln lernen.

Und zwar brauchst du nichts weiter als einen Stapel Klebezettel und einen Stift. Nun klebst du einen Zettel auf deinen Computer, deinen Schreibtischstuhl, deinen Lichtschalter, dein Bett, deine Wand, dein Fenster, deine Tür, deinen Fernseher, kurz, auf alle Gegenstände, die du in deinem Alltag benutzt oder oft siehst. Darauf schreibst du dann das französische Wort.

Jedes Mal wenn du nun an deinen Rechner gehst, siehst du das Wort „ordinateur“, jedes Mal, wenn du das Fenster öffnest, schaut dich das nette Wort „fenêtre“ an und jedes Mal, wenn du den Raum verlässt sagt dir die gute „porte“ auf Wiedersehen.

Eine super einfache Methode, mit der du praktisch unterbewusst deine Vokabeln lernen wirst. Und dadurch, dass du sie jeden Tag wiederholst bleiben sie auch hängen. Außerdem brauchst du nur sehr geringen Aufwand.

Einziger Nachteil: Es wird schwierig Abstrakte Begriffe wie Urlaub oder Beziehung durch Klebezettel zu lernen. Genauso wird es bei allen Wörtern, die keine Substantive sind.

Eselsbrücken

Mit dieser Methode hingegen kannst du alle Wörter lernen. Am Anfang meines Frankreichjahres kaufte ich mir einen Wortschatz und lernte eine Seite Vokabeln jeden Tag auswendig. Nach zwei Wochen stieß ich bei YouTube auf ein Video von der Gedächtnisweltmeisterin Christiane Stenger, in dem sie ihre Lerntechniken verrät. Das sollte mein Lernen von Grund auf verändern. Ich war einfach nur beeindruckt, wie stark die Kraft von Bildern ist und wie einfach man Vokabeln mit jenen verknüpfen kann.

Eine dieser Methoden möchte ich hier kurz vorstellen. Es ist diese eine, die ich selbst ein Jahr lang erfolgreich benutzt habe und um ihren Wert weiß.

Also nimm dir zuerst ein französisches Wort aus deiner Vokabelliste. Als Beispiel nehme ich mal das Wort „ravitaillement“, weil es ein recht kompliziertes Wort ist, welches man sich normalerweise schlecht merken kann. Es bedeutet so viel wie Versorgung (militärische Versorgung der Soldaten).

Nun schaust du dir das Wort an und versuchst ein dir Bekanntes Wort damit zu assoziieren. Ich muss irgendwie an Ravioli denken. Das klingt zwar lächerlich und abwegig, hilft aber ungemein. Jetzt stelle ich mir vor, wie die Soldaten im Krieg Ravioli essen und schon habe ich eine Brücke zwischen dem deutschen und dem französischen Wort geschaffen.

Dieses Bild stelle ich mir noch ein paar Mal im Kopf vor und gehe dann zur nächsten Vokabel. Selbst wenn ich später mal vergessen sollte, was „ravitaillement“ bedeutet, kann ich nach ein wenig grübeln an Hand der Anfangsbuchstaben wieder zur Ravioliversorgung zurückdenken. Das heißt, ich habe einen Anhaltspunkt im Wort enthalten, der mir helfen kann mich zu erinnern.

Anderes Beispiel: „ciboulette“ (Schnittlauch)

Wie fällt dir als erstes ein, wenn du dieses Wort hörst ? Mir kommt direkt das Wort Boulette (= Frikadelle, Fleischpflanzerl oder wie auch immer man in anderen Teilen Deutschlands sagt) in den Sinn. Ich stelle mir also eine Boulette in einem Schnittlauchbett vor oder eine Boulette aus Schnittlauch oder was mir sonst noch so einfällt. Je abgefahrener, desto besser kannst du dir es merken.

Hier noch mal das Video von Christiane Stenger:

Fazit

Mit diesen beiden Methoden bist du bestens vorbereitet, große Mengen Vokabeln in kurzer Zeit zu lernen. Wende sie an und du sparst dir Zeit und Mühe, die du für andere Dinge nutzen kannst. Lernen soll Spaß machen, nur leider erklärt einem in der Schule niemand, wie man das am Besten angeht.

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